Tschechischer Luftheber / -filter

Tschechischer Luftheber / -filter


Man liest als Aquarianer viel über die berühmten tschechischen Luftheber und dass Sie den "normalen" aus den Läden in puncto Leistung und Lautstärke überlegen sind. Ich möchte hier eine Bauanleitung liefern mit der jeder, der einen Akkuschrauber sein Eigen nennt, ohne jegliches kleben von Teilen solch einen Luftheber selber herstellen kann. Neben dem Einsatz hinter einem HMF kann auch, wie hier gezeigt, ein Schwamm angeschlossen werden um so einen kompakten Filter zu konstruieren.


Benötigtes Material:
- 20mm Rohr aus der Elektroabteilung im Baumarkt (2m ca. 1,00€)
- 25mm Rohr aus der Elektroabteilung im Baumarkt (2m ca. 1,50€)
- 2x 90° Bögen für 20mm Rohr (Stück ca. 1,70€)
- kurzes Stück 4/6er Schlauch (Meter ca. 0,40€)
- 4/6er Schlauchkupplung (ca. 0,50€)
- 2x O-Ring 14x2mm (5 Stück ca. 2,50€)
- Kunststoffstift (z.B. aus einem alten Kamm)
- Stück Schaumstoffmatte was als Filtermaterial dient


Benötigtes Werkzeug:
- Akkuschrauber
- 1mm, 4mm, 5mm Bohrer
- Nadel
- Feile
- Nagelfeile oder etwas ähnlich dünnes, spitzes
- Maßband
- Messer



Diese Anleitung stellt selbstverständlich nur eine Möglichkeit zum Bau eines tschechischen Lufthebers dar, mögliche Variationen oder gar völlig andere Konstruktionen sind selbstverständlich ebenso möglich. Der Nachbau erfolgt auf eigenes Risiko.


Gruß, Jochen (KnoX)


So dann geht es auch schon los. Zunächst sollte man sich Gedanken drüber machen, in welches Becken der Filter schließlich kommt, da dadurch seine maximale Höhe bestimmt wird. Es gilt, je mehr Strecke die steigenden Bläschen zurücklegen, desto mehr Wasser wird auch transportiert. Je nach gewünschter Höhe wird also ein Stück des 20er Rohrs entsprechend zugeschnitten und die Enden entgratet. Für Becken mit 20cm Höhe habe ich hier 6cm, für 25cm Höhe 10cm und für 30cm Höhe 14cm gewählt. Dieses bildet das Mittelstück zwischen den beiden Bögen. Zu beachten bei der Wahl der Länge ist noch, dass pro Seite 2cm im Bogen verschwinden. Man steckt dieses Stück nun zwischen die beiden Bögen. Diese sitzen so fest, dass ein verkleben hier unnötig ist. Will man lediglich einen Luftheber bauen braucht man natürlich nur einen Bogen.





Nun trennt man vom 25er Rohr ein Stück von 2cm Länge für die Muffe ab und entgratet dies. In der Mitte bohrt man nun ein 5mm Loch und lässt den Bohrer noch etwas verkanten. Danach hält man die Muffe an eine Seite des Mittelstücks, so das es mit einem Bogen abschliesst und markiert auf dem Mittelstück die Höhe des gebohrten Lochs.



Ausgehend von dieser Markierung werden nun in das Mittelstück drei Ringe von 1mm Löchern gebohrt. Danach wird der näher an den Löchern liegende Bogen wieder gelöst und die Löcher von innen entgratet.




Jetzt nimmt man das Stück Schlauch und friemelt es mit etwas Fingerspitzengefühl von außen durch das Loch in der Muffe. Ist das geschehen wird dieser auf der Innenseite möglichst weit außen mit einen Nadel durchstochen. Die entstandenen zwei Löcher dienen nun dazu den Kunststoffstift durch den Schlauch zu führen. Ich habe hierfür einfach aus einem alten Plastikkamm einige Zinken entfernt. Durch diesen Stift wird verhindert, dass der Schlauch bei Zug wieder herausrutscht. Er wird nach Einführen des Stifts soweit herausgezogen, dass der Stift unmittelbar an der Innenwand anliegt.



Im nächsten Schritt wird einer der O-Ringe über das Mittelstück oberhalb der gebohrten Ringe gezogen und anschliessend die Muffe über die gebohrten Ringe gestülpt. Es folgt der zweite O-Ring und das wieder Anstecken des Bogens. Mittels der Nagelfeile oder ähnlichen stabilen, aber nicht zu spitzen Gegenstands werden die O-Ringe nun unter die Muffe gepresst, jedoch nur soweit, dass sie nicht mehr raus stehen.



Schliesslich wird noch ein 10cm langen Stück vom 20er Rohr abgeschnitten und bis auf die ersten 2cm ausgiebig mit dem 4mm Bohrer durchlöchert und an den Bogen gesteckt, an dem die Muffe ist. Das Stück Schaumstoffmatte wird mit einem schmalen, langen Messer von einer Seite so weit durchstochen, dass sich das Stück über das Rohr ziehen lässt.



Zum Schluss werden die Bögen noch nach Wunsch ausgerichtet und eine Membranpumpe an den Schlauch mittels Kupplung angeschlossen. Fertig ist ein vollwertiger Filter, der jetzt mit einem Saugnapf oder Ähnlichem im Aquarium fixiert werden kann. Da der Filter an keiner Stelle verklebt ist, lässt er sich bei Bedarf zerlegen und reinigen, wenn sich z.B. die kleinen 1mm Löcher zusetzen sollten.


"Die Franzosen neigen dazu sehr dünne Steaks zu grillieren, die kaum 200g wiegen. Für mich ist das Aufschnitt" - Otto von Bismarck, 1898