Colisa chuna - Ein Aufzuchtbericht

Colisa chuna - Ein Aufzuchtbericht
Bericht und Fotos: Karin


Anfang November 2007 hatte ich die Gelegenheit ein 112 l Becken aufzustellen, in das meine Lieblingsfische, die Colisa chuna einziehen sollten.


Nach ca. 20 Tagen Einlaufzeit fand ich auch ein schönes gesundes Pärchen in einem meiner bevorzugten Freiburger Aquaristikladen. Die Beiden nahmen das Becken, wie mir schien, hocherfreut in Beschlag und nutzten die komplette Länge auch voll aus.


Mitte Dezember zogen dann noch 12 Aspidoras spilotus und Caridina cf. cantonensis "Biene" (Bienengarnelen) ein. Die Vergesellschaftung klappt gut, d.h. die Tiere kommen dank verschiedener Lebensbereiche im Wasser sehr gut miteinander aus.
Die Wasserwerte in dem Becken sind wie folgt: Temp. 26° C, ph zw. 6,5 und 7, kh 2, Gh 5


Schon bald begann das Männchen mit dem Schaumnestbau und entwickelte sich so ganz nebenbei zu einem ausgewachsenen Giftzwerg, der das Weibchen durchs Becken trieb, sobald es sich blicken lies.




Die ersten Schaumnestbauten und Eiablagen waren nicht erfolgreich. Ob es daran lag, dass das Schaumnest am nächsten Tag aus unbekannten Gründen immer verschwunden war oder ob die Eier vielleicht gar nicht befruchtet waren, ist bis dato unklar. Jedenfalls kümmerte sich das Männchen auch nicht weiter darum, er baute lieber wieder ein neues Nest.Im Januar 2008 erwischte ich beim Wasserwechsel per Zufall einen Teil eines Schaumnestes, den ich dann in ein größeres Glas mit etwas Javamoos und Aquarienwasser gab. Die Jungen schlüpften auch, ich setzte sie eine Woche später auch noch in ein kurzfristig eingerichtetes 12 l Aquarium um, doch mangels Heizstab wuchsen sie nicht so recht. Es wurden leider immer weniger und nach einem Monat waren dann nur noch 4 übrig, die immer noch nur knappe 3mm groß waren. Diese setzte ich dann - als letzten Versuch - ins Elternaquarium zurück, wo sie leider nie wieder auftauchten.


Unbeeindruckt von meinen auswärtigen Bemühungen hat das Männchen weiterhin Schaumnester gebaut und das Weibchen angebalzt, so dass sich Mitte April die 2. Möglichkeit bot, mich an einer Aufzucht der unbewachten Jungen zu versuchen.


Am 15. April 2008 habe ich wieder einmal ein Schaumnest entdeckt, in dem winzig kleine, schwarze Kommata hingen. Das Männchen verteidigte das Nest noch ca. 2 Tage gegen die neugierigen Weibchen, danach kümmerte es sich nicht mehr darum. Aus diesem Grund entnahm ich am 20. April 2008 fünf der inzwischen freischwimmenden Jungen und setzte sie um in ein eingerichtetes 12L Becken, das eigentlich nur der Pflanzenaufbewahrung dienen sollte, zwecks Belebung aber mittlerweile mit Bienengarnelen besetzt war. Ein
kleiner Schwammfilter diente dort zur Umwälzung, ein kleiner Heizstab sorgte für angenehme 26° C. Das Becken war mit einem durchsichtigen Kunststoffdeckel abgedeckt und wurde mit einer einfachen Schreibtischleuchte beleuchtet.




Da die Dottersäcke bereits nicht mehr vorhanden waren, gab ich eine Miniprise Sera Micropan auf die Wasseroberfläche, in der Hoffnung, dass die Jungen das schon fressen können. Sie waren zu diesem Zeitpunkt ca. 2mm lang und hatten eine silbrig-blau schimmernde Körperfarbe.



Innerhalb der ersten zwei Wochen habe ich jeden 2. Tag ca. 2L Wasser entnommen und durch 1L frisches und 1L Wasser aus dem Elternbecken ersetzt. Gefüttert wurde in diesem Zeitraum Sera Micropan und Cyclops Eeze Pulver.


Ab der 3. Lebenswoche wurde dann mit Mikrowürmchen gefüttert. Diese wurden mit Hilfe eines Zahnstochers ins Becken eingebracht, um die Belastung des Wassers durch ungefressenes Futter auf ein Minimum zu reduzieren.




10. Mai 2008: Vier der Jungen haben sich gut entwickelt, eines ist leider verschwunden. Sie sind inzwischen ca. 1,5cm groß und haben den typischen braunen Längsstreifen.


1. Juni 2008: Die mittlerweile 6 Wochen alten Jungen werden aus Platzgründen zurück in das 112L Elternbecken gesetzt. Da dort die selben Wasserwerte vorhanden sind, sollte das kein Problem darstellen.


9 Wochen alt: 20. Juli 2008: Die 4 sind unterschiedlich groß, zwischen ca. 2 und 3,5cm lang. Die Geschlechter lassen sich noch nicht eindeutig unterscheiden, ich meine aber im Gegenlicht 3 Weibchen zu erkennen.


:Hier ein 15 Wochen altes Männchen:




Mit etwa 6 Monaten hat der junge Mann begonnen sein erstes Schaumnest zu bauen. Mal sehen was draus wird.....

"Die Franzosen neigen dazu sehr dünne Steaks zu grillieren, die kaum 200g wiegen. Für mich ist das Aufschnitt" - Otto von Bismarck, 1898